Customizing oder, „Ich will Teil des Problems sein“

Ist das Customizing-Geschäftsmodell vieler Verlagssoftwarehäuser in Wahrheit Teil des Problems vieler Verlage? Behindert eine kurzfristige und auch kurzsichtige IT-Strategie kleinerer Verlage deren langfristiges Überleben?

Bisher waren für mich zwei erfolgversprechende Basis-Strategien erkennbar um einem Verlag eine nachhaltige Perspektive zu geben:
1. Wachsen, (um nahezu jeden Preis. Das Ziel: Alle Vorteile der Skalierung und Industrialisierung zu nutzen, zu der auch Standardsoftware gehört.
2. In die Nische. Nahe ran an die Leser/Kunden (flexibel, schnell, anpassungsfähig und Individuell), 
entweder mit Standardsoftware oder mehr oder weniger individualisierter Software. Beide Wege schienen mir plausibel. Weiterlesen

An Industrialisierung im Publishing führen nur Holzwege vorbei

Die relevanten Merkmale der Industrialisierung sind aus meiner Sicht: Arbeitsteilung, Standardisierung, Internationalisierung, Digitalisierung und Automation. Ohne eine echte  Transformation der Verlagsbranche zur Publishing Industrie, werden die Zukunftsaussichten auch künftig keine rosigen sein. Vor diesem Hintergrund sollten zwei kleine Meldungen, aus dem Vorfeld der Buchmesse besonders beachtet werden.

Internationalisierte Arbeitsteilung

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Was ist künstliche Intelligenz und wie können Verlage sie nutzen?

Zu diesem Thema hat unser geschäftsführender Partner Klaus-Peter Stegen einen unterhaltsamen Überblick für das digitale Blog des Börsenblatts verfasst:

Beitrag „Was verstehen wir unter KI?“ auf bookbytes

 

Was Bernd Hirsch (CFO von Bertelsmann) so alles erzählt

Am 09.09.2017 erschien in der Börsen-Zeitung ein interessantes Interview mit Bernd Hirsch, dem CFO von Bertelsmann. Hier eine inhaltliche Zusammenfassung der meiner Meinung nach interessantesten Aussagen.

Penguin Random House (PRH)

Im Juli hat Bertelsmann die Anteile am Publikumsbuchverlag Penguin Random House (PRH) aufgestockt. Mitgesellschafter Pearson wollte seine Beteiligung eigentlich komplett verkaufen oder eine hohe schuldenfinanzierte Ausschüttung. Geeinigt hat man sich auf eine Mischung aus beidem. Heute gehören Bertelsmann 75%. In 18 Monaten kann Pearson die Verkaufsoption für die letzten 25% an Random House ziehen. Es scheint, als habe Bertelsmann gut verhandelt. Man verfügt über die strategische Mehrheit, kontrolliert jetzt das Unternehmen und der Kaufpreis und der Preisbildungsmechanismus für die verbleibenden Anteile wurde auf das 2-Fache des EBITDA begrenzt.

Sollte Pearson seinen letzten Anteil verkaufen wollen, und davon ist wohl auszugehen, hält sich Bertelsmann alle Optionen zur Finanzierung des Deals offen, auch die von Private Equity-Investoren oder sogar einen Börsengang. Allerdings betont Bernd Hirsch: „Das ist aber kein Szenario, in dem wir denken.“ Dass die Beteiligung eines privaten Investors keineswegs abseitig ist, zeigt das Beispiel RTL-Group. Hier reduzierte Bertelsmann auf 75%, um den Transformationsprozess zu finanzieren.

Das wahrscheinlichste Szenario scheint mir, dass Bertelsmann dafür eine Anleihe platziert, um den Deal zu finanzieren – warum sonst das Interview in der Börsen-Zeitung?

Finanzziele von Bertelsmann

Sein Ziel, bis 2020 einen Umsatz von 20 Mrd. Euro und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 3 Mrd. Euro zu erwirtschaften, will Bertelsmann durch eine Kombination aus organischem Wachstum und Akquisitionen erreichen. Das sind ambitionierte Ziele, wenn man bedenkt, dass in den vergangenen 5 Jahren Geschäfte mit einem Gesamtumsatz von rund 2 Mrd. Euro Umsatz abgestoßen und für 4,3 Mrd. Euro in Wachstums- und Digitalgeschäfte investiert wurden.

150 Start-up-Beteiligungen als eigenes Geschäftsfeld

Investiert habe man in „relativ viele kleine bis mittlere Tickets. Das hat etwas mit Risikostreuung zu tun. Ich sehe aber auch keine riesige Milliardentransaktion auf uns zukommen.“ Bertelsmann hat, so Hirsch, weltweit 150 Beteiligungen im Digitalbereich und betrachtet diese Aktivitäten als eigenständiges Geschäftsfeld. Offenbar investiert Bertelsmann aus zwei Gründen: Einerseits als „Technologie-Scouting“ und zum anderen, um durch den späteren Verkauf von Beteiligungen einen guten Schnitt zu machen. „Allein in China haben wir durch Beteiligungsverkäufe in den vergangenen Jahren knapp 300 Mill. Dollar eingespielt mit extrem guten Renditen.“

Sorgenkinder des Konzerns: Druck, Logistik, Zeitschriften

Offenbar liegt Arvato insgesamt unter der konzernweiten Erwartung der EBITDA-Marge von 15%. Laut Bernd Hirsch wird es für die Dienstleistungsgeschäfte von Arvato „eher schwierig sein, eine Rendite von 15% zu erreichen.“ Ähnlich sieht es wohl auch bei der Printing Group aus. Wie hart dieser Markt ist, zeigt die wenig unternehmerische Aussage „Die Märkte kriegen immer mal wieder ein bisschen Wind, wenn ein Wettbewerber ausscheidet.“ Mit anderen Worten: Die Märkte schrumpfen und die Marktanteile werden neu verteilt. Die Strategie dazu nennt man: „Last Man Standing-Strategie“ – wenn genügend Wettbewerber über die Wupper gegangen sind, steigen auch wieder Preise und Erlöse. Bis dahin muss man einfach nur durchhalten. Dass ein Verkauf der Printing Group auf der Agenda stehen könnte, weist der Finanzchef strikt zurück.

Gruner + Jahr

Gruner + Jahr sieht er offenbar positiver. Obwohl G+J immer noch am Kämpfen ist, würden nach der Fokussierung auf Frankreich und Deutschland die Digitalumsätze zweistellig wachsen. Was auch nichts anders heißt, als dass die Umsätze im Kerngeschäft weiter schrumpfen und auch in Zukunft die (Personal)-Kosten den Erlösen angepasst werden müssen.

Begeisterung klingt anders.

Zusammenfassung Börsen-Zeitung

EU-Datenschutz-Grundverordnung – Ein massives Problem für viele Verlage

Nach dem Thema „VG Wort“, das vollkommen unterschätzt wurde, naht still und relativ leise das nächste Unheil: Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Diese ist bereits gültig und die laufende Übergangsfrist endet am 25.05.2018. Es gibt KEINE Verlängerung. Die Anpassung des Bundesdatenschutzgesetzes wurde ebenfalls bereits vom Bundestag beschlossen und am 12.05.2017 vom Bundesrat bestätigt. Das ist wenig Zeit, wenn man den Aufwand und die daraus resultierenden Konsequenzen berücksichtigt. Weiterlesen

Wenn die Rückforderung der VG Wort zum Problem wird – was ist zu tun?

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Ausgeglichene Geschlechterverhältnisse im Senior Management und in Gremien steigern den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine branchenübergreifende Studie des Credit Suisse Research Institute. Nun hat Narses untersucht, ob dies auch für Verlage gilt.

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Industrialisiert endlich die Industrialisierung!

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